Der Rotmilan gehört zu den allgegenwärtigen Greifvögeln im Kulturland. Noch Mitte des letzten Jahrhunderts war der Rotmilan in der Schweiz viel seltener, seit 1970 hat der Bestand aber stark zugenommen. An seinem rostroten und tief gegabelten Schwanz unterscheidet er sich vom ähnlichen Schwarzmilan und vom Mäusebussard, die beide auch häufig sind. Der Rotmilan ist besonders auffällig, weil er oft wenig scheu ist und sich auch aus der Nähe beobachten lässt, wie er ausdauernd über die Felder gleitet und nach Fressbarem Ausschau hält. Er ist weniger ein aktiver Jäger, sondern sucht vielmehr nach verletzten und toten Tieren. Dabei ist er wenig wählerisch: Er frisst Aas, Abfälle, Würmer und kleine Säugetiere wie Mäuse. Auf frisch gemähten Wiesen und gepflügten Äckern versammeln sich manchmal grössere Gruppen zur Nahrungssuche.
