Gewässerraum
Gewässerräume sind die Schnittstelle von Wasser und Land. Dieser Übergangsbereich bildet einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, die an diese spezifischen Bedingungen angepasst sind. Gewässer dienen zudem als Vernetzungskorridor zwischen verschiedenen Lebensräumen. Tiere können entlang von strukturreichen Ufern wandern und sich ausbreiten. Weiter benutzen Bestäuber und andere Nützlinge solche Uferstreifen als Überwinterungsort.
Extensiv gestaltete Uferbereiche bieten zudem Erosionsschutz durch bewachsene Ufer, mindern Überschwemmungsrisiken, dienen als Puffer bei Starkregen und reduzieren den Eintrag von Nährstoffen und Pestiziden.
Durch die Revision des Gewässerschutzgesetzes (im Jahr 2011) wurden Gewässerräume ausgeschieden und sie bietet nun Potenzial, Uferbereiche naturnah zu gestalten. Als Gewässerraum eines Baches wird die Wasserfläche sowie die angrenzenden Uferbereiche bezeichnet. Je nach Breite des Fliessgewässers ist der Gewässerraum unterschiedlich gross und kann auch grösser oder kleiner als der erforderliche Pufferstreifen von 6 Metern sein.
Direkt am Ufer muss ein Pufferstreifen angelegt werden. Auf dem Pufferstreifen von mindestens 6 Metern dürfen keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Das Düngeverbot gilt auf den ersten 3 Metern. Der Gewässerraum muss landwirtschaftlich extensiv genutzt werden und kann als folgende BFF angemeldet werden:
- Uferwiese
- Extensiv genutzte Wiese
- Streuefläche
- Hecken, Feld- und Ufergehölze
- Extensiv genutzte Weide
- Waldweide
- Standortgerechte Einzelbäume und Alleen
Gewässerräume lassen sich mit einfachen Massnahmen aufwerten. Einige Beispiele dazu:
- Förderung von Hochstaudenfluren: die typische Pflanzengemeinschaft an Feuchtstellen, besteht unter anderem aus Gelb- und Blutweiderich, Baldrian, Mädesüss. Ein später Schnitt dient diesen spätblühenden Pflanzen. Von ungemähten Teilflächen profitieren Tiere als Rückzugsort im Winter.
- Extensiv genutzte Wiese: Pufferstreifen eignen sich gut, um eine artenreiche extensive Wiese (QII) anzulegen. Vorsicht: eine Neuansaat ist bewilligungspflichtig.
- Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen, sowie Streuehaufen dienen Kleintieren als Versteck- und Aufzuchtort. Beispielsweise Ringelnattern legen ihre Eier in Streuehaufen. Wichtig: Kleinstrukturen vor Hochwasser sichern oder in Entfernung der Wasserfläche anlegen.
- Kopfweiden sind ein typisches Element entlang von Gewässern und können als Uferstabilisierung dienen. In alten Kopfweiden bilden sich Hohlräume, die Vögeln und Fledermäusen Nist- und Versteckmöglichkeiten bieten.
- Einheimische Feldbäume wie verschiedene Weidenarten, Traubenkirsche, Gemeiner Schneeball und Erlen eigenen sich als standortgerechtes Ufergehölz. Sie dienen als Lebensraum, stabilisieren die Böschung und beschatten die Wasseroberfläche (kältere Wassertemperaturen).
Weitere Möglichkeiten werden in folgendemVideo, sowie in den Merkblättern (Spalte rechts) aufgeführt.



